Beiträge von Harri23

    Nun hat auch Honda sein E-Debakel.

    Honda schreddert seine Elektroauto-Strategie und ambitionierten Pläne in den USA. Aufgrund der "Verlangsamung des Marktes ⁠für Elektrofahrzeuge in Nordamerika" gibt ‌das Unternehmen die ⁠Entwicklung und Markteinführung mehrerer Elektromodelle auf, die in den USA hätten hergestellt werden ‌sollen.

    Erstmals seit fast 70 Jahren wird es einen Jahresverlust geben. Grund dafür sind Restrukturierungskosten von bis zu 15,7 Milliarden US-Dollar im Bereich Elektrofahrzeuge. ⁠Für 2025/26 erwartet der Konzern einen Verlust von 2,2 Milliarden bis 3,8 Milliarden Euro. ‌


    Umgeben von einer erratischen Förder- und Vorgabe-Politik für E-Autos in den USA und Europa haben sich diverse (nichtchinesische) Automobilhersteller in Schwierigkeiten gebracht.

    Die Auto-Vielfalt war wahrscheinlich nie größer als gegenwärtig. Somit kann sich jeder das Auto seiner Wahl aussuchen, denn die Bedürfnisse sind unterschiedlich.

    Und jeder Auto-Hersteller hat das Problem zu definieren, welche und wieviel Autos er bauen will und wo er sie verkaufen will/kann. Daraus ergeben sich unterschiedliche Ansätze, was letztlich gut ist.

    Dass Toyota und Honda beim reinen E-Antrieb "bedächtig" agieren bedeutet nicht, dass sie diesbezüglich technologisch den Anschluss verloren haben.

    Nicht alles was man kann, muss man sofort verkaufen. Und nicht alles was man in den Markt bringt, muss man vorzeitig im Detail ausbreiten.

    Stellantis hat 2025 einen Nettoverlust von 22 Mrd. Euro gemeldet, vorrangig als Ergebnis der vollzogenen d.h. misslungenen Elektro-Strategie. Ford hat 19 Mrd. Dollar Verluste gemacht, gleiche Ursache. Bei VW sah es auch schon besser aus.

    Ich bin mit meinem HR-V e:HEV sehr zufrieden. Das Auto hat die Eigenschaften, die mir wichtig waren bzw. sind. Wer ein Gefährt mit einem technologisch führenden Vollhybrid-Antrieb, sehr hohem praktischen Nutzen, hoher Qualität und Zuverlässigkeit, gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem gewissen Understatement sucht, wird mit den e:HEV-Hondas nicht verkehrt liegen.

    Bei anderen Prioritäten, wie z.B. schnellen Autobahnfahrten, vollendeter Laufruhe oder Händler/Werkstatt mit Hostessen und direkt vor Haustür, kann oder wird die Entscheidung eine andere sein. Das ist nicht schlimm.

    Die Automobilbranche befindet sich in einem großen Umbruch (und nicht nur die). Erst wenn die Ebbe kommt, wird man sehen wer alles ohne Badehose schwimmt.

    Die sich vermehrenden Assistenzsysteme verhindern Unfälle, aber es gibt offenbar eine "Dunkelziffer" an ernsthaften Problemen auf der Straße.

    Als Fahrer ist es schwer, den Beweis anzutreten, dass ein Assistenzsystem ursächlich für das Malheur war.

    Auf der Mittelspur der Autobahn plötzlich auf Null abgebremst zu werden, ohne eingreifen zu können (?), möchte ich nicht erleben, weder im betroffenen Auto noch hinter dem betroffenen Auto fahrend. Wenn man dann mit einer mechanischen Verformung auffährt ist man womöglich noch mit schuld.

    Es ist wohl nicht verkehrt, die Frontscheibe (Kamera) und die Front-Sensoren am eigenen Gefährt immer sauber zu halten.

    Die beiden Frontsensoren beim HR-V e:HEV sind wirklich "speziell" positioniert. Sie stecken nicht in der glatten Stoßfängeroberfläche sondern in dem Plastik-Gitter mit Rhombus-Struktur. Siehe Foto. Dass sich links leicht erhöht, rechts leicht erhöht, oberhalb und auf dem Sensor Schneematsch in diesem Profil gut festsetzen kann ist nachvollziehbar. Das erscheint nicht sehr geschickt.

    Dort vereisten Schneematsch abzulösen dürfte auch nicht einfach sein.

    Man müsste diesen kleinen Bereich vor dem Winter säubern, mit einem Pinsel Hartwachs auftragen und hoffen, dass das vielleicht etwas hilft.

    Beim Facelift wurde das etwas modifiziert. Siehe Foto. Ob es dort besser ist? Unwahrscheinlich.


    Frontsensor.jpg

    Facelift.png

    Übrigens kommt die Assistenz im Honda nicht zwingend aus Japan, sondern wird zum großen Teil in D entwickelt, bei Honda Research & Development in Offenbach am Main.

    Und viele der Sensoren kommen von Bosch.

    Manche Probleme kann man mittels Software entschärfen, aber das ist nicht immer einfach.

    Der HR-V hat m.E. nicht die schlechtesten Sensoren und keine einfachen Ultraschall-, sondern auch Radar-Sensoren (zumindest ab Advance-Ausführung). Aber gegen Schneematsch ist noch kein Kraut gewachsen.

    Die alten Glühlampenscheinwerfer sind immer schön warm geworden, so dass Schnee/Matsch weniger Chancen hatte.

    Im HR-V Handbuch taucht der Begriff Schnee auf 36 Seiten auf, oft mehrfach je Seite. Honda weist auf die Probleme mit der Sensorik unter diesen Bedingungen also ziemlich ausgiebig hin. Ich glaube, dass die Honda-Händler dem nicht allzu viel hinzufügen werden oder können.

    Die Park-Sensorik kann man mit einem Knopfdruck abschalten, ohne Nachteile bei der Fahrt; das ist wahrscheinlich der einfachste Aspekt.

    Die Schlussfolgerung ist für mich, dass man sich vor Fahrten unter diesen Bedingungen mit den spezifischen Hinweisen im Handbuch vertraut machen muss und vielleicht immer mal eine kurze Pause zum Abstreifen des Schnees machen sollte.

    Wenn man oft unter diesen Bedingungen unterwegs ist käme mir die Idee, die Stoßfänger mit gutem Hartwachs zu versiegeln, in der Hoffnung, dass der Schnee/Matsch sich im Bereich der Sensoren schlechter festsetzen kann und abrutscht. Ob das hilft?

    Jedenfalls zeigt auch dieser Aspekt, wie schwierig autonomes Fahren ist/wird. Die Praxis ist immer das Kriterium der Wahrheit.