Beiträge von Harri23

    Kartendaten von z.B. 26 GB in 45 Minuten über USB in das Honda-System zu schreiben bedeutet eine reale Schreibrate von etwa 10 MB/s. Das ist durchaus praxisüblich für USB 2.0.

    Flash-Speicher sind normalerweise schneller beschreibbar. Die (Android-)SW-Routine, die das Navi-Karten-Update im Auto durchführt, hat aber auch Einfluss auf die Schnelligkeit (und da steckt wiederum ein Prozessor dahinter). Wir wissen nicht genau wo der Flaschenhals ist. Den Flash-Speicher selbst würde ich eher nicht verdächtigen.

    Im aktuellen HR-V wird auch die USB Typ C Buchse verbaut. Wenn das dann USB 3.0 bedeuten würde könnte es vielleicht schneller gehen.

    Das Navi-Update hatte für Honda keine Priorität. Man muss Honda m.E. loben, dass sie 5 Jahre kostenloses Karten-Update anbieten. Aber das machen dann auch nur die harten Jungs.

    Der aktuelle Honda Civic e:HEV ist nach wie vor der 11. Generation zuzuordnen. 2025 gab es ein Facelift.

    Das Auto wird in der deutschen Presse gelobt. Das ist selten. Oft werden nichtdeutsche Fabrikate abgestraft und mitunter habe ich das Gefühl, dass Honda besonders unter die Presse-Räder kommt.

    In Heft 7 (März 2026) von "AUTO Strassenverkehr" wird der Honda Civic als Geheimtipp gelobt: "sparsam, komfortabel, vergnüglich, erschwinglich".

    Der Titel des Beitrags lautet interessanterweise: "Eher der stille Tipp".

    Auch der ADAC scheint bekehrt zu sein. Im Test von April 2026 wird der Civic-Antrieb mit der Note 1,4 versehen! Den Test habe ich beigefügt; wegen der Dateigrößenbegrenzung aufgeteilt in zwei Hälften.


    Hier der Vergleich von ADAC-Bewertungen des Civic (April 2026) und HR-V (Dezember 2025) in Sachen Hybrid-Antrieb:


    KriteriumCivicHR-V
    Motor/Antrieb gesamt1,41,8
    Fahrleistungen1,62,3
    Laufkultur2,02,9


    Der ADAC konstatiert, dass die Fahrgeräusche/Windgeräusche beim Civic die dominierenden Geräusche sind.

    Der HR-V schneidet sichtlich schlechter ab.

    Die Civic-Fahrer (s.o.) mögen gerne mal berichten, wie zufrieden sie sind.

    Toyota nutzt einen leistungsverzeigten Hybridantrieb, bei dem Verbrenner und E-Motor(-Generator) über ein sehr kleines Planetenradgetriebe mechanisch gekoppelt sind, so dass dieses Antriebskonzept in gewisser Weise (mechanisch) dem Parallelprinzip zuzuordnen ist. Gekoppelt an die Antriebsachse ist dabei der E-Motor. Die SW steuert den jeweiligen Leistungsanteil des E-Motors und des Verbrenners.

    Honda nutzt einen seriellen Hybridantrieb, bei dem der E-Motor mechanisch an die Antriebsachse gekoppelt ist und der Verbrenner mittels des Generators nur den Strom erzeugt. Die Drehzahlen des Verbrenners und des E-Motors sind mechanisch vollständig entkoppelt; das steuert die SW.

    Honda umgeht aber im "direct drive" das serielle Prinzip, mittels einer Kupplung ("overdrive clutch"), die den Verbrenner mechanisch getriebelos mit an die Antriebsachse koppelt.

    Wenn der BMW X1 Hybrid und Leap Motor B10 leiser sind, so liegt das nicht am "Mischbetrieb" bei Honda (und Toyota). Ich kenne die Hybridkonzepte der beiden Autos nicht, aber viele dieser Hybride haben ziemliche Getriebe eingebaut, wodurch die Verbrennerdrehzahl innerhalb bestimmter Bereiche gehalten wird, was der Lautstärke zugute kommt. Die größere Hybridbatterie bei den Plug-Ins bietet einen größeren elektrischen Pufferbereich, so dass der Verbrenner nicht hektisch mit dem Generator massiv Strom erzeugen muss. Beim Honda e:HEV ist die Hybridbatterie relativ klein bezogen auf die Leistung des E-Motors und daher ist es angebracht, bei Bedarf mit Benzinmotor & Generator zügig (möglichst sofort) die nötige E-Energie zu erzeugen, damit das Auto elektroenergetisch nicht verhungert.

    Ein rein serielles Hybridprinzip ist den Konzepten von Toyota und Honda effizienztechnisch unterlegen. Das haben in der Vergangenheit verschiedene Hersteller erleben müssen (auch BMW).

    Toyota hat im Zuge der Erfahrungen (Prius 2) die Auslegung des Verbrenners etwas vergrößert, um leiser zu werden.

    Honda wird m.E. beim Nachfolger des HR-V e:HEV überlegen, ob z.B. der 2-Liter-Motor besser geeignet ist oder andere Maßnahmen ausreichen, mit dem 1,5 Liter-Motor leiser zu werden.

    Der Honda Civic e:HEV muss sich antriebstechnisch ziemlich gut anfühlen; leider haben wir hier im Forum m.E. keine Erfahrungsberichte.

    Bei einem Preis von 28 k für einen HR-V e:HEV Advance mit Tageszulassung würde ich nicht lange fackeln. Das Vollhybrid-Antriebskonzept von Honda ist mit das Beste was es gibt. Ich bin kürzlich 250 km Landstraße, einen großen Teil davon im Weserbergland, gefahren. Der Verbrauch lag bei < 4,5 l/100 km und es hat Spaß gemacht, den Wagen mit seiner E-Charakteristik gelassen dynamisch durch die kurvenreiche und hügelige Landschaft zu bewegen.

    Aber:

    Das Auto muss zum Käufer mit seinen Erwartungen und Anforderungen passen. Hier im Forum gibt es viele Infos (s.o.) und evtl. Fragen werden bestens beantwortet.

    Mein Kenntnisstand ist, dass beim jetzigen HR-V e:HEV Verbrenner das Benzin in das Saugrohr eingespritzt wird, quasi außerhalb des Zylinders. Beim neuen Motor wird das Benzin mit hohem Druck direkt in den Brennraum des Zylinders eingespritzt.

    (Englischsprachige Quellen berichten wohl auch anderes; der HR-V ist weltweit nicht gleich. Insofern ist es nicht ganz klar.)

    Bei den neuen Honda-Hybrid-Modellen wird wohl der Saugmotor durch einen Direkteinspritzer ersetzt; der thermische Wirkungsgrad soll auf 42% steigen. Auch die Leistung soll höher sein sowie die effiziente Drehzahlbandbreite für den "direct drive". Aktuell befindet sich der Motor im "direct drive" nicht immer wirklich im "sweet spot". Das könnte also den Benzinverbrauch auf der Autobahn etwas verringern.

    Aber ich habe Bedenken, dass Honda bei den E-Autos den Anschluss verlieren könnte, wenn sie jetzt so stark einbremsen. Man kann nur hoffen, dass sie die Entwicklung trotzdem voran treiben; vielleicht mit einer neuen Batterietechnologie.

    Wenn ich die Lage richtig verstanden habe, wird Honda in Europa bis auf Weiteres keine E-Autos mehr anbieten, sondern nur noch Hybrid-Autos.

    Für die Honda-Händler wäre ein attraktives Modell-Angebot aber wichtig. Honda plant wohl ein Dutzend neuer Hybrid-Modelle in den nächsten Jahren, aber was kommt davon in D an?

    Wo steht Honda im Vergleich zu anderen Automobilherstellern aktuell?

    Dazu drei Diagramme vom ersten Halbjahr 2025 (sowie ersten Halbjahr 2024).

    Die gesündesten Automobilhersteller sind aktuell offenbar Toyota, Hyundai/Kia und BMW. Honda ist auf Platz 11 und hatte eine unterdurchschnittliche Rohgewinnmarge von 3% (vor zu zahlenden Zinsen und Steuern). Wirklich profitabel ist das nicht.

    Rohgewinnmarge.png



    Beim Rohgewinn je Auto spielt zusätzlich zu den drei oben auch Mercedes mit. Honda ist auf Platz 10.

    Honda verdiente also im 1.HJ 2025 unterdurchschnittliche 1118 EUR je Auto, vor zu zahlenden Zinsen und Steuern. Viel Spielraum für Preissenkungen ist da nicht.

    Bei BMW zahlen die Kunden in gewisser Weise die größte ("Premium"-)Marge beim Kauf (4805 EUR).

    Rohgewinn_jeAuto.png



    Bei den Stückzahlen fällt BMW ab und dafür spielt VW vorne mit. Honda ist auf Platz 9.

    Stückzahl.png


    Honda ist in allen drei Kennziffern schlechter als die VW-Gruppe und muss an seiner Profitabilität arbeiten. Die Abschreibungen wegen dem "E-Debakel" in den USA sind zusätzlich ärgerlich. Wir müssen davon ausgehen, dass Honda an Kostensenkungen nicht vorbei kommt. Glücklicherweise haben sie den Deal mit Nissan nicht gemacht, das wäre ein Klotz am Bein zu viel.

    Hyundai/Kia ist nach vorne marschiert, offensichtlich eine Erfolgsgeschichte.

    2025 war für alle Hersteller, außer Ford, deutlich schwieriger als 2024.

    Die 8-Jahre-Garantie sehe ich positiv. Der i-MMD-Antrieb (bzw. e:HEV) und die Autos haben sich offenbar in der Praxis als sehr robust und zuverlässig erwiesen, so dass sie diese Garantie verlustfrei anbieten können :) .

    Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Honda-Vollhybrid-Autos ist m.E. gut, jedenfalls kein Grund, die Autos nicht zu kaufen.

    Aber Honda bleibt sicherlich dabei, im deutschen bzw. europäischen Markt nicht um Marktanteile zu kämpfen, was ja häufig mit über den Preis ausgetragen werden muss. Aufgrund der aktuell verschlechterten finanziellen Lage wird zudem abzuwarten sein, wie Honda weiter agiert.

    Ich hatte ein 4-Jahrespaket für die Inspektionen mit gekauft; das war insbesondere rückblickend sehr preiswert. Und so erfreue ich mich bislang an meinem HR-V und würde ihn definitiv wieder kaufen.

    Ich stelle mal in die allgemeine Honda-Rubrik hier im Forum drei Diagramme zur Lage der Automobilhersteller ein. Das ist m.E. aufschlussreich.